Trauma-Therapie

Ein Trauma hält ein Ereignis in der Zeit fest: Ein Bereich des Fühlens und Denkens, der nicht weiter wachsen kann. Bildlich gesprochen wirkt ein Trauma wie ein Hindernis im Fluss des Lebens: Liegt ein Hindernis in einem fließenden Gewässer bildet sich dahinter ein kleiner Strudel – Paddler nennen es „Kehrwasser“ und nutzen es als Rastplatz, denn selbst bei starker Strömung bildet sich dieser Strudel hinter Steinen, Baumstämmen oder starken Kurven. Vielleicht hast Du schon einmal beobachtet, wie ein herabgefallenes Blatt in solch einem Strudel entgegen der Fließrichtung des Baches kreist und kreist und immer weiter um sich selbst kreist. Und auch unser Paddler braucht einen Impuls, einen kräftigen Schub mit dem Paddel, um den Strudel des Kehrwassers zu verlassen und sich wieder dem Fluss anzuvertrauen.

In meiner Arbeit mit Trauma-Phänomenen orientiere ich mich an diesem Festgefahren-Sein. Das heißt unabhängig von der Schwere oder Häufigkeit lebensgeschichtlicher Ereignisse nehme ich ein seelisches „Kehrwasser“ ernst, als mögliche Auswirkung einer einstmals überfordernden Situation. Sogar wenn beispielsweise von außen betrachtet kaum Anlass bestand, auf eine Situation traumatisiert zu reagieren, kann die innerseelische Empfindsamkeit erschüttert worden sein. Dieses Verständnis ist besonders für Menschen wichtig, die sich und Ihre Symptome nicht verstehen, weil sie wirklich der Überzeugung sind, „dass da doch gar nichts war“. So können sie endlich zu einem tieferen Erkennen und Akzeptieren ihrer Persönlichkeit finden. Oft sind es die sogenannten hochsensiblen oder hochsensitiven Menschen, die sich manchmal erst ab der Lebensmitte zu lieben und zu leben lernen.

Die einfühlsame Begleitung und Unterstützung der Empfindsamkeit aber auch der Stärke der Seele  liegen mir besonders am Herzen.